Haus Halbisch

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Fachwerkhaus Halbisch

Ehemaliges Weingärtnerhaus mit Geräteschuppen, Scheuer und Gewölbekeller aus dem Jahre 1570 in der Hauptstraße 46 in Weinstadt-Strümpfelbach

Im Januar 2025 erwarben Sarah und Benjamin Fleck das Fachwerkhaus der Geschwister Halbisch. Als Restaurator und Zimmermeister ist Benjamin Fleck sehr daran gelegen ein solch altehrwürdiges Haus wieder zu beleben. Deshalb auch von Beginn an der Wunsch, einen Betrieb in dem Gebäude zu integrieren, in diesem Fall eine Hausarztpraxis.

Restaurierung

Es wurde größten Wert darauf gelegt die historische Substanz und Optik zu erhalten und die Sanierung mit der notwendigen Sorgfalt in Denkmalschutzrechtlicher und energetischer Hinsicht durchzuführen.

Der Umbau des bestehenden Wohnhauses diente zur Nachverdichtung des Wohnraumes in Weinstadt-Strümpfelbach, sowie der Unterbringung einer Arztpraxis in Erd- und Obergeschoss. Dabei sollen die geometrischen Randbedingungen, die Fachwerkoptik, sowie Großteile der Originalmatertialien erhalten bleiben. Die Raumaufteilung wurde nicht verändert, nur ein Treppenabgang verschlossen. Die anerkannten Regeln der Technik sowie die gesetzlichen Vorgaben zum Wärme- und Brandschutz sollten dabei umgesetzt werden, ohne den bestehenden Gebäudecharakter zu stark zu verändern. Eine Besonderheit bei diesem Gebäude ist, dass nur Eichenholz verwendet wurde.

Die bestehenden Deckenbalken wurden auf Schäden untersucht und durch entsprechende Maßnahmen ausgebessert. Die Dachhaut wurde mit einer Aufsparrendämmung energetisch saniert und erhielt eine neue, zum historischen Bestand passende Deckung mit Bieberschwanzziegeln.

Drei der Außenwände erhielten eine innenliegende, diffusionsoffene Holzfaserdämmung mit Kalkputz nach bauphysikalischen Vorgaben. Die Gefache sowie das Fachwerk selbst wurden dabei auf Schäden untersucht und bei Bedarf saniert. Die Traufwand zur nebenstehenden, größtenteils historischen Scheune, sowie der darüberliegende Traufbereich wurden brandschutztechnisch von innen mit Steinwolle und feuerfesten Platten ertüchtigt.

Um das Gebäude barrierefrei zu gestalten und nicht innen an der alten Konstruktion Veränderungen vornehmen zu müssen, wurde der Treppenturm mit Aufzug in den Hofbereich verlegt. Hierdurch entsteht eine einladende Eingangs Situation, bei der jede der drei Parteien im Haus ihren privaten Zugang hat und die Patienten sich trotzdem aufhalten können.

Die Fassade wurde nach einer aufwändigen Analyse restauriert. Da keine Farbpartikel mehr nachgewiesen werden konnten, wurde dem örtlichen Gefüge entsprechend eine Restaurierung der Hölzer, Gefache und Schnitzereien vorgenommen und die reichen Details wieder farblich hervorgehoben.

Projekt – Work in Progress

Mit viel Einsatz der Firma Fleck konnte das Haus im  Januar 2026 soweit fertiggestellt werden, dass die Hausarztpraxis Dr. Bräunlich und Dr. Denninger im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss einziehen konnte.

Das Projekt ist noch in Arbeit: Die beiden geplanten Wohnungen im Dachgeschoss sind noch im Rohbau, diese werden Schritt für Schritt in Angriff genommen. Auch Komponenten wie zum Beispiel das Geländer am Treppenturm sind noch nicht vollständig fertiggestellt.

Die Entwicklung der Scheuer steht noch am Anfang.

Die Praxis im Ort zu halten war richtig und wichtig. Die gesundheitliche Versorgung vieler Patienten kann dadurch gewährleistet werden, der Dorfkern bleibt intakt und belebt. Die Nachbarschaft mit der Bäckerei Schmidt wird gestärkt, Wohnraum entsteht, der Garten bleibt erhalten. Und ein Strümpfelbacher Kulturdenkmal erfährt durch eine respektvolle Restaurierung eine neue Nutzung.

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